StartWetterauer OstenGedernGederner Schlosspark bekommt zur Landesgartenschau ein neues Gesicht

Gederner Schlosspark bekommt zur Landesgartenschau ein neues Gesicht

Das Schloss in Gedern soll im kommenden Jahr wieder stärker zur Geltung kommen: Für die Landesgartenschau Oberhessen 2027 wird der Schlosspark umgestaltet. Bei einer Baustellenführung konnten sich rund 200 Interessierte jetzt ansehen, was sich auf dem Gelände bereits verändert hat – und welche Pläne noch umgesetzt werden.

Schon beim Rundgang fällt auf, wie sich der Blick auf das Gederner Schloss verändert. Zwischen alten Bäumen, oberhalb einer Terrasse oder am Ende eines Weges taucht das historische Gebäude immer wieder auf. Dafür haben die Verantwortlichen Teile des dichten Bewuchses entfernt und neue Sichtachsen geschaffen. Auch dunkle und schwer einsehbare Bereiche im Park sollen dadurch verschwinden.

Eine besondere Rolle spielt die historische Eichenallee. Einige ihrer Bäume sind mehr als 200 Jahre alt. Gleichzeitig wurden Lücken genutzt, um neue Bäume zu pflanzen: Insgesamt kamen rund 150 hinzu. Thomas Hellingrath, technischer Geschäftsführer der Landesgartenschau, verwies bei der Führung auch auf die Bedeutung von Grünflächen für das Stadtklima. Gerade die vergangenen heißen Sommer hätten gezeigt, wie wichtig Bäume und schattige Bereiche seien.

Auch die Wege im Schlosspark werden neu geordnet. Im oberen Bereich entsteht eine Flanierrunde zum Spazieren und Verweilen. Der bislang dunkle Asphalt soll eine helle, beigefarbene Beschichtung bekommen. Das sieht nicht nur anders aus, sondern soll auch verhindern, dass sich die Wege bei Sonne zu stark aufheizen. An Kreuzungen sorgt Pflaster künftig für bessere Orientierung von Menschen mit Sehbehinderung. Ein Serpentinenweg verbindet außerdem die verschiedenen Ebenen und ermöglicht beispielsweise Menschen mit Rollatoren einen bequemeren Zugang zu den tiefer gelegenen Bereichen.

Barrierefreiheit zieht sich durch die gesamte Planung. Dort, wo früher das Tennisheim stand, ist eine öffentliche, barrierefreie Toilettenanlage vorgesehen. Auch die neue Spiellandschaft „Fachwerk-Baustelle“ soll möglichst vielen Kindern offenstehen. Das Konzept greift die typische Fachwerkarchitektur der Region auf und setzt auf gemeinsames Spielen von Kindern mit und ohne Beeinträchtigung. „Inklusiv heißt Teilhabe“, erklärte Hellingrath.

Im Schlosspark treffen außerdem unterschiedliche Gartenwelten aufeinander. Ein neu gestaltetes Geophytenrondell nahe dem Schlosshotel erinnert mit Zwiebelpflanzen und Stauden an die barocke Geschichte der Anlage. Im unteren Parkbereich setzt das sogenannte Wildnisrondell dagegen auf Natur. Gefällte Baumstämme bleiben dort liegen und werden mit der Zeit zu einem Lebensraum für Tiere. Toben ist ausdrücklich erlaubt.

Auch der PikoPark soll ein Treffpunkt für Gederner und Gäste werden. Naturplaner Ralf Geyer berichtete, dass Bürgerinnen und Bürger ihre Ideen zuvor bei zwei Workshops einbringen konnten. Nun wird das Konzept umgesetzt – unter anderem mit einem kleinen Bachlauf. Während der Landesgartenschau kommen weitere Angebote hinzu, darunter eine NABU-Umweltwerkstatt, das „Bunte Klassenzimmer“ und ein Beratungsgarten des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen.

Der Schlosshof wird einer von zwei Eingängen zur Landesgartenschau 2027. Ein weiterer Zugang entsteht an der Otto-Müller-Straße. Reisebusse können Besucher oben am Schloss aussteigen lassen und später an der Kälberweide wieder abholen. Dort entsteht auf der untersten Ebene auch die große Veranstaltungsfläche mit einer Bühne und rund 500 überdachten Sitzplätzen.

Und trotzdem bleibt bei all den neuen Angeboten ein Motiv bestehen: Wer unten im Park steht und den Blick nach oben richtet, soll das Gederner Schloss wieder deutlich vor Augen haben. Genau diese Verbindung zwischen Schloss und Park soll die Landesgartenschau Oberhessen 2027 künftig prägen.

Quelle: Redaktion

Ähnliche Artikel
- Werbung -
- Gründungspartner -
- Werbung -

Am beliebtesten