19 Kilometer, mehrere Jahrtausende Geschichte und jede Menge Spuren direkt vor der Haustür: Am Freitag, 4. September 2026, führt eine archäologische Radtour durch die Gemarkungen von Altenstadt. Der Wetteraukreis, die Gemeinde Altenstadt und weitere Partner laden dazu ein, römische, mittelalterliche und noch ältere Fundstellen mit dem Fahrrad zu entdecken.
Start und Ziel ist der Parkplatz an der Altenstadthalle. Los geht es um 14 Uhr. Die Strecke ist rund 19 Kilometer lang und verbindet sportliche Bewegung mit Geschichte. Die Informationen zur Tour stammen aus einer Mitteilung des Wetteraukreises.
Altenstadt liegt entlang der Nidder in einer Landschaft, die bereits seit Jahrtausenden Menschen angezogen hat. Fruchtbare Lössböden boten gute Voraussetzungen für Siedlungen. Entsprechend reich ist die Region an archäologischen Spuren aus der Jungsteinzeit sowie der Bronze- und Eisenzeit. Später kamen die Römer und hinterließen mit dem Limes weitere markante Zeugnisse.
Die erste Station der archäologischen Radtour Altenstadt liegt im Ortskern. Unter der heutigen Bebauung befinden sich Reste mehrerer römischer Kastellanlagen. Neben älteren Grabungen geht es auch um aktuelle Erkenntnisse der Kreisarchäologie aus Untersuchungen in der römischen Zivilsiedlung südlich der B 521.
Danach führt die Strecke über die Bonifatius-Route durch den Wald oberhalb des Klosters Engelthal. Dort steht ein ungewöhnlicher Fund im Mittelpunkt: ein bereits in den 1930er Jahren entdecktes Depot aus Steinbeilen. Anschließend geht es zum Kloster Engelthal selbst. Archäologische Untersuchungen, die 2008 begleitend zu Bauarbeiten stattfanden, brachten unter anderem mittelalterliches Fensterglas und eine barocke Klosterlatrine ans Licht.
Über Höchst und Oberau führt die Radtour durch Altenstadt anschließend ein zweites Mal über den Verlauf des Limes. Dabei erfahren die Teilnehmer mehr über die einstige römische Reichsgrenze und die Anlagen, die zu ihrer Sicherung dienten. Weiter geht es über die Waldsiedlung Richtung Lindheim.
Dort wartet mit dem Hexenturm ein weiterer geschichtsträchtiger Ort. Die Station widmet sich der mittelalterlichen Geschichte Lindheims und seinen Befestigungsanlagen. Im Anschluss führt die Tour ins Neubaugebiet. Bevor dort gebaut wurde, dokumentierten Archäologen 2014 eine größere Siedlung aus der älteren Eisenzeit. Außerdem fanden sie einen Teil eines Hauses aus der Jungsteinzeit.
„Die Wetterau ist eine archäologische Fundgrube“, sagt Erste Kreisbeigeordnete Birgit Weckler. Auf der Tour werde unmittelbar erlebbar, wie viele Spuren von der Jungsteinzeit über die römische Epoche bis ins Mittelalter in Altenstadt zu finden seien. Archäologie finde eben nicht nur im Museum statt, sondern auch direkt in der Kulturlandschaft, so Weckler.
Wer bei der Archäologie-Radtour in Altenstadt mitfahren möchte, kann sich am Freitag, 4. September, um 14 Uhr am Parkplatz der Altenstadthalle, Vogelsberger Straße 42, einfinden. Mit dabei sind unter anderem Birgit Weckler, Bürgermeister Dominic Imhof, Hans-Erich Seum vom Verein KULTURplus und Kreisarchäologe Dr. Jörg Lindenthal. Für die rund 19 Kilometer werden ein geeignetes Tourenrad oder Mountainbike sowie Getränke und eine kleine Brotzeit empfohlen.
Quelle: Redaktion

